Mut tut gut
Am Spielplatz wohnt in einer Höhle ein Grummel, der knurrt und in Ruhe gelassen werden möchte. So halten sich die Kinder von der Höhle fern und der Grummel gerät in Vergessenheit. Nur ein Junge geht immer wieder zur Höhle und stellt dem Grummel
Fragen. Von den wütenden Antworten lässt er sich nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil. Er beginnt, mit Kreiden vor der Höhle zu malen. Doch er hinterlässt seine Bilder unfertig und lässt die Kreiden daneben liegen. Am nächsten Tag hat der Grummel die Bilder vervollständigt. Als dem Jungen nach ein paar Tagen nichts mehr einfällt, malt er sich, wie er eine Hand ausstreckt. Am darauffolgenden Tag ist daneben ein gruseliger Grummel gemalt. Da der Junge überzeugt ist, dass in der Höhle kein Grummel wohnt, sondern einfach ein Kind, das traurig und einsam ist, verändert er den gemalten Grummel und macht daraus einen Jungen. Schließlich traut sich der vermeintliche Grummel aus der Höhle, malt mit dem Jungen zusammen und am Ende mit allen Kindern vom Spielplatz. Mit seiner Geduld und Kreativität gelingt es dem Jungen, dass auch alle anderen das sehen, was er sieht: Ein Kind, das traurig und einsam ist und nicht einen bösen, gruseligen Grummel. Dass es einen Grummel in einer Höhle gegeben hat, haben die Kinder schnell vergessen. – Ein berührendes und herzerwärmendes Bilderbuch mit einer wichtigen Botschaft: Wir sollten stets hinter das Verhalten von anderen schauen, statt sie zu verurteilen, und uns Zeit nehmen für diejenigen, die vielleicht erst aus ihrem Schneckenhaus hervorgelockt werden müssen. Die Illustrationen zeigen die Verwandlung vom unheimlichen Grummel in ein Kind, das in einer Gemeinschaft die Welt bunt malt, sehr passend und stimmungsvoll.
Ulla Hittmeyer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Mut tut gut
Anne Booth ; Illustrationen: David Litchfield ; übersetzt von Mechthild Schroeter-Rupieper
Gabriel (2025)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 3