Als die bunten Raben kamen
In dem ersten der drei beliebten Bilderbücher ("Als die Raben noch bunt waren"; "Der Rabe, der anders war" und "Ein Rabe kommt selten allein") geht es um die Schönheit. Die Raben freuen sich über ihr buntes Gefieder und wetteifern darum, wer wohl
das prächtigste Federkleid hat. Schon spalten sich die Lager: elegantes Weizengelb gegen rosa-grün gestreift, goldgelb gegen fliederfarben. Überall sieht man aggressive Rabenschwärme, bis es schwarz vom Himmel regnet. Alle Tiere haben nach dem Wolkenbruch ihre ursprüngliche Farbe, nur die Raben nicht. Sie sind fast ausnahmslos schwarz und haben von der Stunde an keinen Grund mehr, sich wegen der Farbe zu streiten. In "Der Rabe, der anders war" wird ein bunter Rabe wegen seines Aussehens von seinen unauffälligen schwarzen Artgenossen ausgegrenzt. Der Oberrabe bedeutet ihm, das Weite zu suchen. Der Alptraum geht weiter. Die Spatzen wollen ihn ebenso wenig wie die Möwen. Am Ende wendet sich in letzter Minute alles zum Guten. Die freundlichste Rabengeschichte bildet den Schluss, denn hier verliebt sich ein weiblicher schwarzer in einen bunten männlichen Raben. Dass der Verlag elf Jahre nach dem Ersterscheinen die drei beliebten Bilderbücher in einem Sammelband herausgibt, zeugt von der Qualität des bewährten Teams E. Schreiber-Wicke und C. Holland. Die schwungvollen und farbenfrohen Illustrationen gepaart mit dem lustig-frechen Inhalt inkl. Moral machen sich in jeder Kinderbücherei gut.
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Als die bunten Raben kamen
Edith Schreiber-Wicke ; Carola Holland
Thienemann (2011)
[44] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4