Was, wenn wir genug sind?
Der Geschichte vorangestellt ist eine Trigger-Warnung, da der Text sensible "Mental Health-Themen" behandelt. Die Autorin, die im Nachwort von ihrer eigenen Angststörung berichtet, beschreibt in ihrem Jugendroman sehr authentisch die Gefühle und
Ängste einer Jugendlichen. Lily Larkin ist 16 Jahre alt und lebt mit ihrem Vater, der Stiefmutter und zwei Schwestern zusammen. Ihre Schwester Alice leidet unter einer bipolaren Störung und hat einen Selbstmordversuch hinter sich. Lily steht unter enormem Leistungsdruck in Schule und Sport, um ein College-Stipendium zu bekommen, und hat darüber hinaus die Angst, ebenfalls "gestört" zu sein. Die Stimmen in ihrem Kopf werden immer lauter, sie leidet unter selbstverletzendem Verhalten. In der Schule bildet sie mit dem neuen Mitschüler Micah, der wegen Depressionen in der gleichen Klinik wie Alice war, ein Team für ein Kunstprojekt. Die beiden verlieben sich ineinander und Micah gibt Lily nach und nach die Kraft, sich ihren Ängsten zu stellen. - Eine unter die Haut gehende und lange nachhallende Geschichte für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene, mit hilfreichen Adressen im Anhang für Leser:innen, die ebenfalls unter psychischen Problemen leiden.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Was, wenn wir genug sind?
Erin Stewart ; übersetzt aus dem Amerikanischen von Ulrike Köbele
Planet! (2023)
461 Seiten
kt.