A song to raise a storm
Band 1 von Julia Dippels Sonnenfeuer-Ballade führt auf den Kontinent Enebha. Ich-Erzählerin Sintha ist eine Einzelgängerin, die nicht als Onyde erkannt werden will, weil diese für den Krieg zwischen den Qidhe und den Menschen verantwortlich gemacht
werden. Sie ist eine unabhängige Heldin, die ihre besonderen Fähigkeiten zu verstecken versucht – und diese teilweise erst kennenlernt. Ihr Antagonist ist der Vakàr-Anführer Arezander, der sie einspannt, um einen blutigen Mord aufzuklären. Ein weiteres Spannungsmoment ist die erotische Anziehung zwischen Sintha und Arezander. Sie verkörpern die gegensätzlichen Völker der Qidhe, deren helle bzw. dunkle Variante beim Zusammenstoßen unbändige Energien aufbauen, z.B. einen Schneesturm entfachen können. Dieser Urgewalt, der sie ausgesetzt sind und der sie zu entkommen versuchen, treten sie mit Dialogen wie ein zänkisches Ehepaar entgegen (S. 335ff). Am Ende dieses Kapitels führt ein Barcode zu einem Bonuskapitel im Internet, bei dem die Romance dann zur Sache geht. Ansonsten ist der Roman eine abenteuerliche Fantasy-Geschichte mit dem üblichen Kampf von Gut gegen Böse, wobei nicht immer klar ist, wer auf welcher Seite steht. Auf die Spiegel-Bestsellerliste hat er es bereits geschafft.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
A song to raise a storm
Julia Dippel
Planet! (2023)
511 Seiten : Illustrationen, Karten
fest geb.