Pensées - Gedanken
Blaise Pascals "Pensées" gehören zu den berühmtesten Texten der Weltliteratur. Gerade ihr fragmentarischer Charakter hat zu ihrer großen Verbreitung beigetragen. Anders als etwa Montaigne hatte Pascal aber keineswegs eine Aphorismen-Sammlung beabsichtigt,
er plante eine ausgearbeitete Schrift, welche den christlichen Glauben als eine vernünftige Entscheidung erweisen sollte. Doch blieb ihm nicht mehr die Zeit, dieses Projekt zu vollenden, als er starb, fand man nur die Vorarbeiten dazu. Aus Unkenntnis zerstörten die Herausgeber die von Pascal geplante Ordnung und gliederten die einzelnen Fragmente nach Themen - die ungeordneten Abschnitte der originalen Handschrift blieben Grundlage aller weiteren Ausgaben (mit z.T. unterschiedlichen Anordnungsversuchen). Erst Louis Lafuma und Philippe Sellier bezogen sich Ende des 20. Jh. in ihren Ausgaben auf zwei Kopien der Handschrift, welche die ursprünglich vorgefundene Anordnung noch enthielten, Sellier berücksichtigte auch die zahlreichen Hinweise Pascals zum geplanten Projekt, die dieser an anderen Stellen gemacht hatte. Diese Ausgabe liegt nun endlich auch in einer deutschen Übersetzung (von Sylvia Schiewe) vor, mit reichem editorischen Material versehen. - Größere Büchereien sollten diese Ausgabe unbedingt anschaffen, auch wenn andere Ausgaben der "Gedanken" schon vorhanden sind, denn man kommt mit diesem Band einem der ganz großen Klassiker der Religionsphilosophie in jedem Fall ein Stück weit näher.
Pensées - Gedanken
Blaise Pascal. Ed. und komm. von Philippe Sellier
WBG (2016)
434 S.
fest geb.