Die Furchen

Cassandra ist zwölf, als sie mit ihrem siebenjährigen Bruder Wayne zum Schwimmen an den Strand geht. Sie kommt allein zurück, Wayne ist verschwunden. Ist er ertrunken? Eine Leiche wird nie gefunden. An dem Verlust zerbricht die Familie. Der Vater Die Furchen beginnt ein neues Leben mit einer anderen Frau. Die Mutter hofft, dass ihr Sohn eines Tages wieder auftauchen wird. Cassandra erzählt die Geschichte seines Todes in immer wieder neuen Varianten. Er erscheint ihr in ihren Träumen. Sie sieht ihn in jungen Männern, denen sie begegnet. Eines Tages lernt sie einen von ihnen näher kennen. Sein Name ist Wayne. Den Gedanken, dem Erleben, den Beobachtungen und Erinnerungen der jungen, traumatisierten Ich-Erzählerin zu folgen, ist nicht leicht. Die Verwirrung steigert sich noch, als die Perspektive zu Wayne, dem jungen Mann wechselt. Der ungewöhnliche und interessante Schreibstil fordert der Leserin einiges ab. Es gilt, sich Zeit zu nehmen und sich einzulassen auf das Klagelied einer jungen Frau – in einer Gesellschaft, die mit verführerischen Angeboten daherkommt, in der die Einsamkeit und Verlorenheit einzelner aber umso deutlicher zutage tritt.

Christiane Raeder

Christiane Raeder

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Furchen

Die Furchen

Namwali Serpell ; aus dem Englischen von Asal Dardan
claassen (2023)

348 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 617684
ISBN 978-3-546-10085-4
9783546100854
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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