Prinzessin Alice

Alice war die Urenkelin von Queen Victoria und Schwiegermutter von Queen Elizabeth. Ihr Leben war sehr bewegt: Als Gattin des griechischen Prinzen musste sie nach dem Sieg der Türken Griechenland verlassen. Die Familie verarmte und Alice musste sich Prinzessin Alice und ihre Kinder in Paris mit Stickarbeiten über Wasser halten. Auch gesundheitlich spielte das Schicksal ihr heftig mit: Sie war seit Geburt an so gut wie taub. Später diagnostizierte Sigmund Freud bei ihr eine paranoide Schizophrenie "mitverursacht durch sexuelle Frustration aus nicht ausgelebter Leidenschaft". Deshalb wurde sie eine Zeitlang auch gegen ihren Willen in einem Sanatorium für psychisch Kranke weggesperrt. Die feinsinnige, religiöse Frau liebte dennoch das Leben, war für jeden Tag dankbar und sorgte aufopferungsvoll für ihre Kinder. – Als Autobiografie verfasst, gelingt es der in Berlin lebenden Autorin eindrucksvoll, mit viel Empathie das Leben dieser trotz allem eindrucksvollen Frau nachzuzeichnen, die es im Umkreis ihrer oft mehr als kapriziösen adeligen Verwandten nicht leicht hatte und im Gegensatz zu ihnen auf eine gewisse Weise wunderbar "normal" und authentisch geblieben ist, aber zu Unrecht fast vergessen wurde. – Sehr lesenswert!

Günter Bielemeier

Günter Bielemeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Prinzessin Alice

Prinzessin Alice

Irene Dische ; aus dem Englischen von Tanja Handels
claassen (2025)

157 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 755224
ISBN 978-3-546-10156-1
9783546101561
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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