Die Fälscherin
1148 beginnt die Geschichte um Blanka, die als junges Mädchen an der Pest erkrankt. Als Ausgestoßene ist ihre Teilnahme am Zweiten Kreuzzug abrupt beendet. Doch Bischof Otto von Freising, ihr Lehensherr, hält zu ihr und tatsächlich - sie wird geheilt.
Aus Dankbarkeit und auch, weil ihr nach dem Tod ihres Vaters keine andere Wahl bleibt, tritt sie einem Kloster in Freising bei. Doch die Wunderheilung macht aus Blanka keine züchtige Nonne, es fällt ihr schwer, die strengen Regeln zu akzeptieren. Als Ritter Ortolf in ihr Leben tritt, scheint eine Verbindung der beiden ausgeschlossen, denn Ortolf gehört zu den Wittelsbachern, erbitterten Feinden des Freisinger Bistums - und dazu ist er auch noch der berüchtigtste und brutalste Ritter seiner Zeit. Fast gleichzeitig kommt Bischof Otto auf die Idee, Blankas großes Schreibtalent zu seinem Gunsten zu nutzen und sie Urkunden fälschen zu lassen - natürlich illegal und brandgefährlich. Und nach kurzer Zeit merkt sie, dass Gefühle sich nicht so leicht lenken lassen ... - Die hochspannende, fiktive Geschichte um Blanka wurde von der Autorin bereichert mit zahlreichen historischen Personen und Geschehnissen aus dem Mittelalter. Wenige Seiten reichen, damit der Schmöker seinen Sog entfalten kann. Sprachlich gelungen, ein Roman voller lebensechter Charaktere, Liebe, Drama, Abenteuer - ein historischer Schmöker par excellence.
Nadine Fitzke
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Fälscherin
Julia Freidank
Marion von Schröder (2012)
425 S.
kt.