Mein Gott, Wanda
Endlich! Wanda hat mit 63 Jahren ihren Teeladen aufgegeben und plant nun, ihr Leben richtig zu genießen - zunächst auf einer Australienreise, zu der ein ehemaliger Stammkunde sie eingeladen hat. Doch es kommt anders: Wandas Sohn muss nach einem Skiunfall
im Krankenhaus bleiben, weshalb sich Wanda fortan um sein herunter gewirtschaftetes Fitnessstudio "Herkules" kümmert. Toll. Doch was sie widerwillig beginnt, lässt bald Wandas Kreativität sprudeln ... - Ulrike Herwigs Roman lebt von den schrägen, witzig und überspitzt dargestellten Figuren: Wandas Freundinnen, die Superhausfrau Marianne und die männerliebende Biggi, den "Muskelmännern", die das Studio besuchen, dem Rocker, der Nachbar des Studios ist, und einigen rüstigen Senioren, die nach Willen Wandas alsbald zur Kundschaft des "Herkules" gehören sollen. Ein leichter, humorvoller Roman mit witzigen Dialogen, der aber auch eine Botschaft hat: Auch mit 60 gehört man noch nicht zum alten Eisen. Oder, wie ein Protagonist so schön sagt: Sixty is the new sexy.
Nicole Hochgürtel
rezensiert für den Borromäusverein.
Mein Gott, Wanda
Ulrike Herwig
Marion von Schröder (2012)
269 S.
kt.