Die Kathedrale des Königs
Als sich der französische Maurermeister Henri darauf einlässt, einem Ruf des englischen Königs Heinrich III. zu folgen, um in Westminster den unterbrochenen Bau der Kathedrale fortzusetzen, ahnt er nicht, auf welche Schwierigkeiten er dabei stoßen
würde. Der König will den Bau aus seiner Privatschatulle finanzieren; aber das Geld fließt nicht regelmäßig und Henri muss mehrmals angeworbene Arbeiter wieder entlassen. Dem König machen die aufsässigen Barone zu schaffen, welche die Rechte des Königs beschneiden wollen. Darüber kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen, ja zu brutalen Kämpfen zwischen den Parteien. Henri muss ohnmächtig zusehen, wie der Bau gezwungenermaßen ausgesetzt wird. Und da ist dann noch ein Arbeiter, der ihn aus Frankreich als Maurer und nicht als Baumeister kennt - eine latente Gefahr. Henri ist mit Carol, der Tochter eines der Barone, zusammengetroffen und die beiden verlieben sich ineinander und wollen trotz der Standesunterschiede und der daraus entstehenden immensen Schwierigkeiten zusammenbleiben. – Der Roman spielt im Zeitraum von 1260 bis 1265, befasst sich also nur mit einem kurzen Abschnitt der Bauphase. Die Auseinandersetzungen des Königs mit den Baronen spielen eine große Rolle. Vom König und de Montfort abgesehen sind alle weiteren Protagonisten fiktiv. In einem kargen Glossar werden einige der vorkommenden Begriffe zum besseren Verständnis der politischen Situation erläutert. – Eine gut lesbare Geschichte ohne besondere Ansprüche; für Freunde von Mittelaltergeschichten sicher gut geeignet.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Kathedrale des Königs
Claudius Crönert
Ullstein (2023)
491 Seiten : Karte
kt.