Mein langer Weg nach Hause
Eigentlich will der fünfjährige Saroo auf dem Bahnhof seiner kleinen indischen Heimatstadt Bur in einem Zug nur nach Geld und Essensresten suchen, wie er es schon oft getan hat. Doch dann schläft er, vom Hunger erschöpft, ein und landet im weit
mehr als 1000 Kilometer entfernten Kalkutta. Da er weder lesen noch schreiben kann und weder den Namen seines Heimatortes noch seinen eigenen Nachnamen kennt, landet er in einem Waisenhaus. Dann adoptiert ihn ein australisches Ehepaar und er wächst auf im tasmanischen Hobart. Dort fühlt er sich sehr wohl; doch die Sehnsucht nach seiner leiblichen Familie lässt ihn nie los. 25 Jahre später macht er sich daran, nach seinen Wurzeln zu recherchieren. Und das Unglaubliche geschieht: Er findet Informationen darüber, wo seine Mutter und seine indische Familie leben. Und er macht sich auf die Reise - in ein für ihn fremdes Land, das doch auch seine Heimat ist. In seinem autobiographischen Bericht erzählt der Autor von seinem Leben und seinen Erlebnissen auf dem Weg zurück zu seinen Wurzeln, an dessen Ende er seine Mutter trifft und neu kennenlernt. - Ein ebenso ergreifendes wie spannendes Buch, das ganz nebenbei viel erzählt über das Leben im modernen Indien.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Mein langer Weg nach Hause
Saroo Brierley und Larry Buttrose
Ullstein (2014)
Ullstein-Taschenbuch ; 37563
252, [8] S. : Ill. (überw. farb.), Kt.