Der grüne Palast
Von der Ehe seiner Tochter Leopoldine mit dem portugiesischen Thronfolger Dom Pedro verspricht sich Kaiser Franz I. von Österreich einen Anteil an den reichen Bodenschätzen der Kolonie Brasilien. Zusammen mit ihrer fiktiven Erzieherin lässt die
Autorin 1846 die 19-jährige Leopoldine zu ihrem in Brasilien lebenden Zukünftigen reisen, um ihn zu heiraten. Nach anfänglicher zärtlicher Verliebtheit entpuppt sich Dom Pedro jedoch als jähzorniger Tyrann, der keine Gelegenheit auslässt, zu vergewaltigen und fremdzugehen, womit er Leopoldine mit Syphilis ansteckt. Doch als sie sich dagegen wehrt, an der Ernennungsfeier von Dom Pedros Mätresse zur Marquise teilzunehmen, begibt sich Leopoldine in Lebensgefahr. - In diesem in Wortwahl und Stil Originalbriefen nachempfundenen Briefroman erzählt Peggy Hohmann spannend über das Leben ihrer Protagonistin, wobei sie neben Leopoldine, ihrer Schwester Marie und ihrer Erzieherin u. a. auch Fürst Metternich und Franz I. zu Wort kommen lässt. Damit zeichnet sie das Schicksal der jung verstorbenen österreichischen Prinzessin ebenso nach wie deren politisches Kalkül, mit dem sie u. a. die Abschaffung der Sklaverei in Brasilien vorantrieb.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Der grüne Palast
Peggy Hohmann
List Taschenbuch (2017)
List-Taschenbuch ; 61352
378 S. : Kt.
kt.