Ein einsamer Mann

Der britische Schriftsteller Robert lebt seit einiger Zeit mit seiner Familie in Berlin. Die Arbeit an seinem zweiten Roman will nicht vorangehen, eine Schreibblockade. Da trifft er auf Patrick, wie er ein Brite, wie er Schriftsteller. Was Patrick Ein einsamer Mann erzählt, scheint unglaublich. Er sei als Ghostwriter für den russischen Exiloligarchen Sergei Vanyashin tätig gewesen, und dieser habe mitnichten Selbstmord begangen, sondern wurde ermordet. Und die Mächte im Kreml, die den Oligarchen auf dem Gewissen haben, die seien nun hinter ihm, Patrick, her. Robert ist zuerst amüsiert, dann fasziniert. Könnte Patrick mit seinen Geschichten, seiner Paranoia, könnte dieser Patrick nicht ein gutes Vorbild für eine neue Geschichte abgeben, gutes Material, um nicht nur von seiner Schreibblockade abzulenken, sondern sie gar zu durchbrechen? Oder ist es gar keine Geschichte, keine Paranoia, sondern Realität? Langsam, fast unmerklich wird Robert Teil von Patricks Welt und langsam, fast unmerklich zieht sich die Schlinge auch um Robert zu ... - Der Erstling von Chris Power beginnt als stiller Roman und endet als dicht gepackter, solider Thriller. Was ist Wahrheit? Was ist Realität? Was ist Paranoia? Wer sich auf das Buch einlässt, wird mit einer nicht immer rasanten, aber umso spannenderen Reise belohnt. Empfohlen.

Friedrich Röhrer-Ertl

Friedrich Röhrer-Ertl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ein einsamer Mann

Ein einsamer Mann

Chris Power ; aus dem Englischen von Claudia Voit
Ullstein (2022)

312 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 750999
ISBN 978-3-550-05056-5
9783550050565
ca. 22,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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