Die Spieluhr

Der bekannte Schauspieler Ulrich Tukur erzählt eine zunächst recht verwirrende Geschichte "nach einer wahren Begebenheit" (!?) von einem Filmschauspieler, der bei Dreharbeiten in der französischen Picardie (unweit von Paris) viel Ungereimtes und Die Spieluhr Unheimliches erlebt: Der Regieassistent Jean-Luc soll die eben - d. h. anfangs des 21. Jh. - abgedrehten Filmrollen übers Wochenende nach Berlin zur Entwicklung bringen, kommt davon aber verspätet und ganz zerlumpt und verstört zurück, um eine Geschichte von einer unheimlichen Begegnung in einem verwunschenen Schloss aus alter Zeit zu erzählen. Als der Ich-Erzähler mit ihm diese geheimnisvollen Ereignisse erkunden will, gerät auch er in eine unheimliche Welt aus früheren Zeiten, und in den Räumen des verwunschenen Schlosses fangen vor seinen Augen nicht nur ausgestopfte Tiere und Darstellungen auf alten Gobelins zu leben an ... Die Welt steht in der ganzen Geschichte kopf, Tatsachen erweisen sich als Trugbilder, physikalische Gesetze werden ausgehebelt und der Erzähler kennt sich nicht mehr aus und weiß nicht, wie er in seine Wirklichkeit zurückfinden soll. Der Leser ahnt allmählich, dass es in der Geschichte um das Thema Traum und Wirklichkeit geht und um die Tatsache, dass man diese beiden Sphären oft nicht auseinanderhalten kann. Für Freunde phantasievoller, bunter und geheimnisvoller Geschichten ein Genuss. - Für alle Büchereien ein Gewinn.

Georg Bergmeier

Georg Bergmeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Spieluhr

Die Spieluhr

von Ulrich Tukur
Ullstein (2013)

150 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 389170
ISBN 978-3-550-08030-2
9783550080302
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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