Die Macht der Ehrlichen

Der Slogan "Der Ehrliche ist der Dumme" ist heute beinahe zu einer Grundüberzeugung vieler Menschen geworden. In Politik, Wirtschaft und auch im privaten Bereich scheint die Lüge sich tatsächlich auszuzahlen. Bernhard Bueb, der unser politisches, Die Macht der Ehrlichen wirtschaftliches und demokratisches System durch eine immer weiter um sich greifende Unehrlichkeit massiv bedroht sieht, versucht in seinem provozierenden Buch, unter Hinweis auf viele historische und persönlich erlebte Beispiele aus dem schulischen Bereich den Nachweis zu erbringen, dass nur Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit auf lange Sicht Erfolg versprechen. Ehrlichkeit sei eine in der Natur des Menschen tief verwurzelte Primärtugend, der man durch aktives Handeln wieder Geltung verschaffen müsse. In der Verantwortung der Eltern liege es, dem Kind Urvertrauen und Selbstwertgefühl zu vermitteln, denn die Lüge sei eine Folge von Unsicherheit und Schwäche, die das Individuum zu kaschieren versuche. Die Schule müsse durch Vorbild und konsequentes Erziehungshandeln zur Wahrhaftigkeit erziehen, denn "der Ehrliche siegt, wenn er mutig und klug vorgeht" (S. 120). - Es steht außer Frage, dass der Autor auf einen immensen pädagogischen Erfahrungsschatz verweisen kann und dass sein Anliegen auch zu unterstützen ist. Dennoch macht sich bei der Lektüre des leicht lesbaren, gut gemeinten, oft fast traktatartig formulierten Buches ein gewisses Unbehagen breit, wegen vieler Pauschalisierungen und weil bei entscheidenden Thesen wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen zu sein scheint. Dennoch gibt das Buch sicher wichtige Denkanstöße.

Die Macht der Ehrlichen

Die Macht der Ehrlichen

Bernhard Bueb
Ullstein (2013)

157 S.
fest geb.

MedienNr.: 390044
ISBN 978-3-550-08035-7
9783550080357
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Pä
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