Samuels Buch
Samuel Finzi wächst in den Siebzigerjahren im Künstlermilieu der bulgarischen Hauptstadt Sofia auf. Die Mutter ist Konzertpianistin, der Vater ein bekannter Schauspieler. Die Berufe und Kontakte der Eltern ermöglichen ihrem einzigen Sohn schon früh
den Zugang zu Kunst, Kultur und einer reformpädagogisch geprägten Schulbildung. Trotz aller Privilegien, wie zum Beispiel längere Reisen ins kapitalistische Ausland, lernt der junge Samuel schon bald die Restriktionen und Grenzen des real existierenden Sozialismus kennen. Authentisch und humorvoll erzählt Finzi von der weit verzweigten Familie und den jüdischen Wurzeln, von Freundschaften, von seiner Auflehnung, von Selbstzweifeln, von Rückschlägen und ersten Erfolgen. Man begleitet den jungen Sami auf seinem Weg ins Erwachsenwerden, auf der Suche nach persönlicher Freiheit, nach künstlerischer Verwirklichung und auf den ersten Schritten in eine erfolgreiche Schauspielkarriere. Ein beachtenswerter, sehr gern empfohlener autobiografischer Roman.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Samuels Buch
Samuel Finzi
Ullstein (2023)
218 Seiten
fest geb.