Schlaf

Margaret wächst in einem idyllischen Vorort von New York auf. Sie leidet sowohl unter ihrer strengen, kaltherzigen Mutter, als auch unter ihrem älteren Bruder, der sie mit einer versteckten Kamera im Badezimmer filmt und nachts heimlich zu ihr ins Schlaf Zimmer schleicht und sie berührt. Leider kann sie sich niemandem anvertrauen und ihre Versuche, sich selbst zu schützen, bleiben erfolglos. 25 Jahre später kehrt sie mit ihren beiden Töchtern ins Elternhaus zurück, da ihre Mutter schwerkrank ist. Sie versucht, die Vergangenheit aufzuarbeiten, was aber nur mäßig gelingt. – Dieser eher zurückhaltende Roman springt in den Zeitebenen hin und her und lässt die Lesenden an Alltagssituationen damals wie heute teilhaben. Im Vordergrund steht Margarets Seelenleben, das aber immer nur indirekt und anhand der Geschehnisse verhandelt wird. Die Figur wirkt daher distanziert, wenngleich man Mitgefühl mit ihr empfindet. Aufgrund des fehlenden Spannungsbogens kann der Roman vielleicht als langweilig empfunden werden, auch wenn die geschilderten Szenen sprachlich sehr überzeugend gestaltet sind. „Schlaf“ ist ein eher stilles, atmosphärisches Buch für Leserinnen und Leser, die feinfühlige, introspektive Literatur schätzen.

Franziska Knogl

Franziska Knogl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Schlaf

Schlaf

Honor Jones ; aus dem Englischen von Claudia Voit
Ullstein (2026)

375 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 755889
ISBN 978-3-550-20301-5
9783550203015
ca. 23,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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