Die Gesetze von Liebe und Logik
„Die Gesetze von Liebe und Logik“ erzählt von einer knappen, aber intensiven Folge von Begegnungen und Entscheidungen, deren Ausgangssituation die erste Liebe der Protagonistin zu einem jungen Mann ist, der im Verlauf der Handlung nie mit Namen
genannt wird. Die Geschichte entfaltet sich ausgehend vom dramatischen Ende dieser Beziehung nun mit der darauf folgenden Beziehung, moralischen Fragen und rationalen Überlegungen, die auf emotionale Bedürfnisse stoßen. Statt großer äußerer Ereignisse ist es das innerliche Ringen der Figuren — mit Sehnsüchten, Schuld und Erwartungen — das den Erzählfluss trägt. Das Ende bleibt offen genug, um verschiedene Lesarten zuzulassen, und lässt die Frage nach Verantwortung und Selbstbestimmung nachklingen. Der Roman gewinnt stark durch sein Erzählen. Die Perspektive bleibt nah, oft beobachtend, und die Erzählstimme führt den Leser souverän durch Szenen und Zeitsprünge. „Die Gesetze von Liebe und Logik“ besticht weniger durch spektakuläre Wendungen als durch die erzählerische Kraft und die dichte Beschreibung seiner Figurenwelt. Die genaue Beobachtung macht die Lektüre lohnend, auch wenn nicht alle inneren Beweggründe der Charaktere vollständig einsichtig sind. Die bewusste Entscheidung, dem zentralen Jungen keinen Namen zu geben, verstärkt die Vieldeutigkeit des Romans und lädt zur Interpretation ein — ein Buch für Leser, die feine Erzählkunst und atmosphärische Tiefe schätzen.
Die Gesetze von Liebe und Logik
Debra Curtis ; aus dem Englischen von Susanne Höbel
Ullstein (2026)
349 Seiten
fest geb.