Elbland

Als Nina vom Tod ihrer Mutter Irma erfährt, wundert sie sich, dass ihr Vater zuerst am Sterbebett war. Er hatte die Mutter vor 32 Jahren verlassen. Damals war die Familie Winkler (Vater, Mutter, Nina, Schwester Katja und deren Freund Jonas) im Lada Elbland ins Riesengebirge gefahren, in Mutters Heimat, über die sie nie ein Wort verloren hatte. Doch was war 1987 passiert? Das Fass war übergelaufen: Zu lange hatte Mutter über ihre Vergangenheit geschwiegen. Als sie endlich von früher erzählen wollte, kam das für ihre Familie zu spät. Alle waren bereits auf dem Absprung: Nina wollte nicht Medizin studieren, was Mutters Wunsch war. Katja wollte nicht die Klasse wiederholen, sondern nur noch weg von der gängelnden Mutter. Und auch für den Vater bahnte sich eine neue Beziehung an. In weiteren Rückblicken in das Jahr 1945 erfährt man, was der siebenjährigen Irma widerfahren war, als die Sudetendeutschen nach dem Krieg gnadenlos vertrieben wurden. – Claudia Rikl verarbeitet in "Elbland" die Erfahrungen ihrer Vorfahren, welchen auch die Worte fehlten für ihren Verlust. Doch es gab auch Lichtblicke in diesem Leid. Irma und ihr Bruder waren aus dem Lager in ein Kindererholungsheim gerettet worden, wo sie überlebten. - Ergreifend erzählter Generationenroman über das Verstummen nach schrecklichen Erfahrungen.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Elbland

Elbland

Claudia Rikl
Ullstein (2026)

363 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 625505
ISBN 978-3-550-20446-3
9783550204463
ca. 23,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.