Die laute Hedda

Hedda ist ein sehr temperamentvolles Kind, voller Energie und Unternehmungslust, aber auch Wut und Wildheit. Zwangsläufig sind ihre damit verbundenen Lebensäußerungen mit erheblicher Geräuschentwicklung verbunden, was für ihren im Homeoffice arbeitenden Die laute Hedda Vater sehr problematisch ist. Entsprechend oft ermahnt er sie und lässt sich auf ihre Impulse nicht ein. Irgendwann platzt Hedda vor Wut – sie versteht nicht, dass ihren Aktivitäten Grenzen gesetzt werden, während Alltagsgeräusche wie Motorenlärm, Hundegebell oder Haushaltsgeräte vom Vater nicht als störend empfunden werden. Erst jetzt registriert der Vater, dass er Hedda wohl ein wenig zuviel zugemutet hat und sie kommen gemeinsam in ein lebendig lautes Spielen. – Passend zum Thema strotzt der Text vor lautmalerischen Worten, die in großen Lettern und kreativer Gestaltung ein sehr dominanter Teil der Illustration sind. Durch den poppig-bunten und dynamisch-abstrakten Darstellungsstil wirken sogar die Illustrationen "laut" und man kann die Kopfschmerzen des Vaters gut nachvollziehen. Es wird aber auch deutlich, dass ein quirliges Kind wie Hedda nicht ständig in die Schranken gewiesen werden kann, sie muss auch Raum haben, ihr gesteigertes Aktivitätsbedürfnis leben zu können. Es ist ein Verdienst des Buches, die verschiedenen Bedürfnisse herauszuarbeiten und zu verdeutlichen, dass ein Miteinander Rücksicht von allen Beteiligten erfordert. – Für Kinder ab 5 Jahren breit empfohlen.

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

Die laute Hedda

Die laute Hedda

Katrin Michel ; Illustrationen: Josephine Wolff
Carlsen (2025)

[32] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 621043
ISBN 978-3-551-52251-1
9783551522511
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 3
Systematik: KK
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