Kinder mit Stern
Der Leser lernt die sechs Kinder kennen, als die Schatten des Zweiten Weltkriegs und des Judenhasses über den Niederlanden aufziehen. Es sind Geschichten aus den Erinnerungen der Betroffenen. Sie lebten in behütenden Familien und erlebten, wie sie
immer mehr aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen wurden und schließlich im Sammellager Westerborg landeten. Dort gab es kleine, kindliche Freuden, aber niemand konnte sie vor der harten Realität bewahren, dass ihre eigentliche Bestimmung eines der Vernichtungslager sein wird. Wie bei Asscher-Pinkhofs "Sternkinder" (BP/mp 19/74) macht der Kontrast zwischen kindlicher Unschuld und dem unerbittlichen Vernichten der Juden die Geschichten so ergreifend. Die Autorin begleitet nur diese sechs Kinder, was sie dem Leser besonders nahebringt, näher als die vielen "Sternkinder". Fünf der sechs Kinder überlebten und geben Hoffnung. Tatsächlich haben nur etwa tausend der mehr als 18 000 Kinder im Lager überlebt. Ein wichtiger Beitrag zur Absurdität von Rassismus, sehr empfehlenswert.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Kinder mit Stern
Martine Letterie. Mit Bildern von Julie Völk ...
Carlsen (2019)
126 S. : Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10