Von Wahrheit, Schönheit und Ziegenkäse
Dass Dara einmal eine niedliche, zarte Kinderschönheitskönigin war, sieht man ihr nicht mehr an. Sie ist mehr als nur ein bisschen übergewichtig, und nach einer falsch interpretierten Hausaufgabe unterstellt man ihr auch noch psychische Probleme.
Deswegen soll sie doch bitte erst einmal eine Auszeit von der teuren Privatschule nehmen, eine Therapie machen und dann als perfekte Tochter und Schülerin zurückkehren. Dieses Missverständnis und die Ignoranz ihrer Eltern bringen das Fass zum Überlaufen, Dara fährt zu ihrer Schwester Rachel, die sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Rachel ist Mitte 30 und lebt auf einer Ziegenfarm, die schon immer allerlei Menschen mit Problemen Unterschlupf geboten hat. Noch vor der Geburt ihrer Schwester ist sie von zu Hause weggerannt und hatte seitdem keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie, allerdings erklärt niemand Dara warum. Auf der Farm findet das Großstadtmädchen bald in Owen einen guten Freund, sie baut eine gute Beziehung zu Rachel auf, und auch die schwere Arbeit beginnt ihr zu gefallen. Dara lernt endlich, sich selbst zu akzeptieren. Doch dann tauchen plötzlich ihre Eltern auf ... - Der Jugendroman erzählt von der Selbstfindung einer 17-Jährigen, deren Selbstwertgefühl nicht gerade die Höhe des Mount Everest erreicht und deren Eltern erst lernen müssen, dass sie keine Barbiepuppe großziehen, sondern ein Mädchen aus Fleisch und Blut. Sehr unterhaltsam und trotzdem nicht seicht, geeignet für Leserinnen ab 14. Empfehlenswert für alle Büchereien. (Übers.: Gerda Bean)
Verena Aignesberger
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Von Wahrheit, Schönheit und Ziegenkäse
Megan Frazer
Carlsen (2012)
380 S.
kt.