Mord im Orient-Express
Agatha Christies 1934 erstmals erschienener Roman "Mord im Orient-Express" gehört zu den bereits mehrfach verfilmten Klassikern der Kriminalerzählungen. Nun liegt zu der Story ein in Deutschland entstandener Comic vor. Die Handlung dürfte bekannt
sein: In der Nacht, als der Zug von Istanbul nach Frankreich in Jugoslawien in einem Schneesturm feststeckt, ereignet sich ein Mord. Zufällig anwesend ist der Detektiv Hercule Poirot, der dank der Vermittlung des Direktors der Bahngesellschaft noch einen letzten freien Platz im Waggon erhalten hat und nun auf sich allein gestellt die Ermittlungen aufnimmt. Der unsympathische Ermordete reiste unter falscher Identität und entpuppt sich als Kindesentführer und -mörder aus den USA. Da sich keinerlei Spuren im Schnee finden, muss der Mörder noch im Waggon sein. Bei seinen Befragungen stößt Poirot zunächst auf ein verwirrendes Geflecht von Indizien und Alibis. Doch schließlich kann er dem Bahndirektor eine überraschende Lösung des Falls bieten. Die Bilderzählung lehnt sich eng an die Vorlage an. Der Textanteil ist aufgrund der dialogorientierten Ermittlungsarbeit Poirots recht hoch. Zeichnerisch wird die bedrückende Atmosphäre eines von der Außenwelt abgeschnittenen Personenkreises an Verdächtigen dennoch gut in Szene gesetzt. Auch in dieser medialen Aufbereitung ist der Krimi bei Bedarf überall einsetzbar.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Mord im Orient-Express
Szenario: Benjamin von Eckartsberg ; Zeichnungen: Chaiko ; nach dem Roman von Agatha Christie
Carlsen Comics (2023)
64 Seiten : farbig
fest geb.