Stockhausen - Der Mann, der vom Sirius kam - Teil 1
Schriftsteller, Filmemacher und Journalist Thomas von Steinaecker besitzt eine besondere Beziehung zu Komponist Karlheinz Stockhausen, der seit den 50ern die Musik mit avantgardistischen Orchester-, Bühnen- und Solowerken revolutionierte. Besonders
im Ausland entwickelte sich der Vorreiter bald zur Berühmtheit. Seit seiner Kindheit begeisterte sich von Steinaecker für den radikalen Erneuerer. Anstatt wie seine Klassenkameraden für Rock- und Pop-Bands zu schwärmen, war „Steini“ von der „Musik vom anderen Stern“ fasziniert. Ein Foto im Anhang zeugt von der sich zunächst per Brief entwickelnden Freundschaft zwischen Fan und Idol. In stilistisch wechselnden Bildern, oft ohne Panelumrandungen und über ganze Doppelseiten hinweg, erzählt David von Bassewitz Stockhausens Biografie von dessen Kindheit in Nazi-Deutschland, seiner düsteren Soldatenzeit während des Zweiten Weltkriegs, ersten musikalischen Experimenten beim Studium in Frankreich und dem Zusammenleben mit zwei Frauen. Da von Bassewitz ohne Musik auskommen muss, okkupieren Linien, Striche, Symbole und Noten mitunter ganze Seiten. Zudem baut er (pop-)kulturelle Zitate von den „Beatles“ über „Asterix“, „Tim & Struppi“, „Star Trek“ oder Hokusai neben zeitgeschichtlichen Verweisen oder Plattencovern ein. Eine fesselnde Biografie, der noch ein zweiter Teil folgen soll. Für alle Bestände empfehlenswert.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Stockhausen - Der Mann, der vom Sirius kam - Teil 1
Thomas von Steinaecker ; David von Bassewitz
Carlsen (2022)
Stockhausen ; 1
377 Seiten : farbig
fest geb.