Super-GAU
Wer eine Auseinandersetzung mit dem Tsunami und der Fukushima-Katastrophe von 2011 nach Lektüre des Prologs erwartet, muss sich gedulden, bis der Zusammenhang mit diesem Super-Gau und den verschiedenen Störfällen im Leben der Hauptcharaktere Lea,
Radoslav, Quang, Alp, Nacho und Josie in Berlin im Epilog gänzlich geklärt wird. Lebenswege kreuzen sich zufällig, sind oft aber bereits seit Längerem miteinander schicksalhaft verwoben. Der Super-Gau von Fukushima wird nur sporadisch durch internationale Medienberichte eingestreut und durch die Symbolik von Wasser besonders bei Lea aufgegriffen. Er wird insgesamt aber eher nebensächlich behandelt. Das Leben geht trotz persönlicher und weltweiter Katastrophe(n) weiter… – Ein einfühlsamer Comic über Verlust, Trauer, Einsamkeit, Hilfsbedürftigkeit, Achtsamkeit und Nächstenliebe. Die aquarelligen Schwarz-Weiß-Zeichnungen mit Porträt-, Nahaufnahmen und Totalen, teils mit einfachem Strich, teils sehr detailliert, sind in Panels unterschiedlicher Größe realisiert. Bilder sind in diesem Werk oft ausdrucksstärker als Worte – viele Panels enthalten gar keinen Dialog oder erklärenden Text. Für alle Comic-Bestände geeignet.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Super-GAU
von Bea Davies
Carlsen Comics (2025)
205 Seiten
fest geb.