Basquiat
Der aus Brooklyn stammende Graffitikünstler, Maler und Rockmusiker Jean-Michel Basquiat prägte die Lower Eastside-Subkultur und Avantgardeszene Manhattans der 80er nachhaltig. Beginnend mit seinem Drogentod im August 1988 führt die Biografie des
Kunstschaffenden mit haitianischen und puerto-ricanischen Wurzeln zurück in seine Kindheit. Das Geschenk des medizinischen Standardwerks "Gray's Anatomy" sollte ihn stark beeinflussen. Als Streetart-Künstler Samo sorgt er mit einem Freund bald für Aufsehen. Früh kommt er allerdings mit Drogen in Berührung. Basquiat lernt Kreative wie Keith Haring kennen und verkauft eigene Postkarten an Andy Warhol, mit dem er später zusammenarbeiten sollte. Zahllose Affären von Madonna bis zu dem früh an AIDS verstorbenen Sänger Klaus Nomi zeugen von seiner Haltlosigkeit. Zeichner Søren Mosdal nähert sich grafisch Basquiats Stil an, lässt eine afrikanisch anmutende Kreatur als inneren Dämon auftreten und erweckt ebenso Harings Figuren zum Leben. Autor Julian Voloj schneidet Rassismus, Polizeibrutaliät und Kommerzialisierung von Kunst an. Dabei unterstreicht er das sprunghafte, manchmal egoistische Verhalten des jungen Künstlers ebenso wie seinen vergeblichen Kampf gegen die Sucht.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Basquiat
Szenario: Julian Voloj ; Zeichnungen: Søren Mosdal ; aus dem Englischen von Julian Voloj
Carlsen Comics (2020)
131 Seiten : farbig
fest geb.