Der ewige Krieg
Der Einsatz gegen die Tauren auf fernen Planeten fordert grausame Opfer - allerdings weniger durch feindliche Angriffe als vielmehr durch die gnadenlose Ausbildung, durch die lebensfeindliche Umgebung und am Ende auch durch die Zeitverschiebung. Die
wenigen zurückgekehrten Soldaten werden zwar als Helden gefeiert, dann aber verlieren sie die Orientierung in der Gesellschaft. Wegen der Raum-Zeitverschiebung sind sie weit weniger gealtert als die Erdbewohner. Aus Verzweiflung melden sich viele, wie auch der Erzähler Mandela, zu neuen Kampfeinsätzen gegen einen Gegner, den niemand kennt und aus Gründen, die niemand weiß. Die Parallelen zum Vietnamkrieg sind gewollt, der Autor hat selbst daran teilgenommen. Durch das Transponieren in eine fiktive Zukunft spielt die Geschichte mit zusätzlicher Gesellschaftskritik neben der Absurdität des Krieges. Die Umsetzung des Romans als Graphic Novel ist gelungen, auch wenn die Illustrationen weniger eine eigene Geschichte entfalten als vor allem unterstützen. Durch die Illustration der Grausamkeiten wird diese zum Beispiel besonders drastisch. Als Anti-Kriegs-Science Fiction zu empfehlen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Der ewige Krieg
Marvano & Haldeman
Carlsen (2011)
Carlsen Comics
161 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.