Die Tote in der Bibliothek
Eine völlig aufgelöste Bedienstete von Oberst Bantry und seiner Frau Dorothy behauptet eines Morgens, dass in der Privatbibliothek des Landhauses die nur leicht bekleidete Leiche einer jungen Frau liegt. Ungläubig müssen die beiden feststellen,
dass dies stimmt, und rufen die Polizei. Aber auch Chief Constable Melchett und sein Gehilfe, Inspektor Flem, können sich keinen rechten Reim auf den Fall machen. Spuren führen in die nahegelegene Villa eines undurchsichtigen Filmproduzenten und zu einem Luxushotel am Meer, wo die Ermordete als Tänzerin aufgetreten sein soll. Da Dorothy wenig Vertrauen zur Polizei hat, ruft sie ihre alte Freundin Miss Marple, die – von der Polizei eigentlich unerwünscht und unauffällig im Hintergrund – ihre eigenen Ermittlungen anstellt. Mit ihrem Scharfsinn kann sie schließlich überraschende Verbindungen zwischen den Verdächtigen aufzeigen und den Mörder überführen. – Die Handlung des ursprünglich 1942 erschienenen Kriminalromans wird in dieser Comicadaption stimmig in das Milieu der 1960er-Jahre verlegt. Zeichnerisch wird die Story ganz im Stil der Ligne claire dargeboten und lehnt sich, abgesehen von einer hier variableren Paneleinteilung, stark an die Abenteuer von Blake und Mortimer an. Als besonderen Gag hat der Zeichner den beiden Agenten sogar auf mehreren Bildern eine stumme Nebenrolle als zufällige Gäste des Luxushotels, in dem ermittelt wird, verpasst. – Der zeitlose Kriminalfall der berühmten britischen Autorin Agatha Christi kann überall gut angeboten werden.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Tote in der Bibliothek
nach dem Roman von Agatha Christie ; Szenario: Dominique Ziegler ; Zeichnungen: Olivier Dauger ; aus dem Französischen von Thomas Schöner
Carlsen Comics (2024)
64 Seiten : farbig
fest geb.