MOM
Das Jahr 2049: Maya lebt mit ihrem Sohn in New York und arbeitet als Chemikerin. Von Zeit zu Zeit kommen Superkräfte über sie, die sie befähigen, es mit einer Menschenhändler-Sekte aufzunehmen. Nur ihre engsten Freunde ahnen etwas davon und versuchen
ihr beizustehen. Einem linearen Erzählstrang zu folgen, ist in dieser Graphic Novel nicht möglich, aber das ist auch nicht intendiert. Vielmehr werden den Leser:innen Szenen aus Mayas Leben geboten, wie sie abstruser nicht sein könnten. Die Hauptfigur scheint das Role-Model Superwoman zu verkörpern und damit eine Persiflage des Personals der Marvel-Comics zu liefern. Tatsächlich schöpfen Setting und Figurenensemble aus dieser Sektion der Pop-Kultur, was durchaus provokant ins Absurde überzogen wird. Das geht jedoch so weit, dass sich die Seiten einen Überbietungswettbewerb liefern: die Panels werden aufgelöst, die Einzelszenen verhaken sich wie ein Puzzle oder werden in ein großes Panorama einmontiert. Man kann diese Seitenarchitektur originell finden, die Story wird dadurch aber schlichtweg unlesbar. Das Label "feministisch, anti-sexistisch, anti-rassistisch" ist hier nicht mehr als ein Werbegag. Schlimmer noch: diese Arbeit changiert nicht einmal zwischen Ernsthaftigkeit und Komik. Der Overflow der Eindrücke lässt die Leser:innen einigermaßen ohnmächtig zurück. Ärgerlich.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
MOM
Emilia Clarke & [eine weitere] ; Zeichnungen: Leila Leiz & [eine weitere] ; aus dem Amerikanisachen von Marion Herberg
Carlsen Comics (2023)
graphic novel
[unpaginiert] : farbig
fest geb.