Schwarze Gedanken

André Franquin schuf von 1977 bis 1983 eine Reihe mit makabren, oft einseitigen Gags, die in der Regel im drastischen Tod einer Figur münden. Darin kritisierte der pazifistisch eingestellte Erfinder populärer Figuren wie Gaston oder Marsupilami Schwarze Gedanken Rüstungswahn, Kapitalismus, Jagd auf Tiere, Umweltzerstörung, Egoismus oder Bigotterie. Manchmal trifft es auch einfach nur einen Unglücksvogel. Die in Schwarz-Weiß eines Schattenspiels gehaltenen Seiten wurden ursprünglich in einer Beilage des Magazins „Spirou“ für erwachsene Leser:innen veröffentlicht, später im Satiremagazin „Fluide Glacial“ und teils von Franquins Kollegen getextet. Dabei verfremdete der Zeichner wie bei „Gaston“ seine Signatur stets im Stil der jeweiligen Geschichte. Für die Neuausgabe zu Franquins 100. Geburtstag überarbeitete man die 1½ Bände im Hinblick auf die Originalseiten und ergänzte sie neben Skizzen mit Interviewauszügen. Hier erklärt Franquin, dass seine Depression erst nach der Serie hervortrat, wohl aber angeboren war. Ein prägendes Album des zeitkritischen, bitteren Humors.

Gregor Ries

Gregor Ries

rezensiert für den Borromäusverein.

Schwarze Gedanken

Schwarze Gedanken

André Franquin ; aus dem Französischen von Marcel Le Comte
Carlsen Comics (2024)

72 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 615245
ISBN 978-3-551-79839-8
9783551798398
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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