Die Philosophin, der Hund und die Hochzeit
Die niederländische Comiczeichnerin porträtiert mit klaren, einfachen Bildern und Worten eine der ersten Philosophinnen. Hipparchia, Tochter einer wohlhabenden Familie, ist anders als ihre Altersgenossinnen wenig auf Äußerlichkeiten bedacht und
schult ihren Geist in Schriften über Philosophen sowie beim Belauschen von Diskursen ihres Vaters und Bruders. Da das Denken den Männern vorbehalten ist, trägt sie ihre Gedanken vornehmlich Hunden vor. Mögliche Heiratsanwärter lehnt sie ab, da sie nicht ihrem Freiheits- und Bildungsdrang entsprechen. Ja, sie widersetzt sich allen Konventionen und glänzt verkleidet als junger Mann unter dem Decknamen Hipparchius beim Unterricht des Kynikers Krates, der Einfachheit und Bedürfnislosigkeit predigt und lebt. Hipparchia ist von seiner Philosophie überzeugt und bereit, ihr Leben mit ihm zu teilen. – Im Stile bekannter Vorbilder wie Hergé zeichnet Stok mit "ligne claire" großflächig mit klar abgegrenzten Linien, fast naiv. Diese einfache Illustration unterstreicht sehr gut die Denk- und Lebensweise Hipparchias. Selbst Philosophin, stellt sie sich wie ihr antikes Vorbild die Frage nach dem "richtigen, guten Leben" und setzt als Impuls eine zweiseitige Illustration über die Gegenwart am Ende des Comics. Ist es das, was wir wollen? Erläuterungen zu Kultur und Lebensweise im Griechenland der damaligen Zeit runden das positive Bild ab. – Für alle Bestandsgrößen sehr zu empfehlen.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Philosophin, der Hund und die Hochzeit
Barbara Stok ; aus dem Niederländischen von Sylke Hachmeister
Carlsen Comics (2025)
292 Seiten : farbig
fest geb.