Peri Meno
Für viele Frauen sind die Wechseljahre eine große Herausforderung. Schlaflosigkeit, Gelenkschmerzen oder Stimmungsschwankungen gehören zu den bekanntesten Symptomen; berufliche oder familiäre Stresssituationen sind dann für die Betroffenen kaum
noch zu bewältigen. Das Thema wird in jüngster Zeit enttabuisiert und erfährt auch in der Wissenschaft mehr Aufmerksamkeit. In dieser autobiografischen Graphic Novel fängt die Autorin viele Stimmen dazu ein und lässt uns auch an ihren Reflexionen teilhaben. Mit Anfang 50 leidet sie unter unspezifischen körperlichen Beschwerden; zudem treiben sie die Sorgen um ihren dementen Vater und um ihre eigene berufliche Zukunft um. Die Arbeit an diesem Comic - und die mit ihr verbundenen zahlreichen Gespräche mit Frauen und Expert:innen - begreift sie als einen Akt der Selbstermächtigung. Man sieht es den Bildern an, dass sie um Lebendigkeit und Authentizität bemüht ist. Die Skizzenhaftigkeit der Zeichnungen stellt die Betrachter:innen in die Situation hinein. Und auch die Dialoge lesen sich so, als wären wir im Gespräch anwesend. Dies ist ein großes Plus gegenüber der so zahlreichen Ratgeberliteratur: man findet sich, ob betroffen oder nicht, sehr bald in diesem Thema heimisch und kann sich auch am spontanen Witz und an den Darstellungen absurder Situationen erfreuen. Diese Arbeit ist als ein Appell an die Frauen zu lesen, sich nicht länger dem stillen Leiden unter Wechseljahrsbeschwerden hinzugeben, sondern sich vielmehr offen auszutauschen und sich seriöse und individuelle Beratung zu suchen. Interessant ist auch der Ausblick auf das Potential gynäkologischer Praxen, die zu Orten der umfassenden Aufklärung, Beratung und Begleitung für Frauen werden sollten.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Peri Meno
Rinah Lang
Carlsen Comics (2026)
181 Seiten : überwiegend farbig
fest geb.