Der Schnee war schmutzig

In einem namenlosen, besetzten Land wächst Frank Friedmaier als Sohn einer Bordellbesitzerin auf. Der verwöhnte 18-Jährige reizt seine Grenzen mit Verbrechen und Gewalttätigkeiten immer weiter aus. Eher aus Langeweile tötet er einen Offizier und Der Schnee war schmutzig aus Habgier eine alte Frau. Zudem verrät Frank die in ihn verliebte Tochter eines Untermieters. Auf seine Taten reagiert er nur mit Gleichgültigkeit. – Georges Simenon bezeichnete diesen existenzialistischen Roman als sein bestes Werk, das 1953 mit Daniel Gélin verfilmt wurde. Autor Jean-Luc Fromental, der ebenfalls die Simenon-Comicbiografie „Warten auf Maigret“ (in diesem Heft) schuf, sieht den Kreuzweg des rücksichtslosen Protagonisten durch den Tod von Simenons Bruders in Indochina ausgelöst. Rückblenden in Franks Kindheit verweisen auf eine schockierende Begegnung mit einer leidenden Katze und die Abwesenheit des Vaters. Die wenig sympathischen Charaktere legte Zeichner Yslaire zwischen Realismus und Karikatur in monochromer Farbgebung vor dem Hintergrund eines Unrechtsstaats an. Ein ausführliches Nachwort informiert über die Entstehungsgeschichte des Romans. – Ein lesenswertes, dicht erzähltes Werk für größere Bestände.

Gregor Ries

Gregor Ries

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Schnee war schmutzig

Der Schnee war schmutzig

Simenon ; Szenario: Jean-Luc Fromental & Zeichnungen: Bernard Yslaire ; aus dem Französischen von Christoph Haas
Carlsen Comics (2026)

103 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 622495
ISBN 978-3-551-80637-6
9783551806376
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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