Herr Werner wird zum Dieb

Wilhelm Werner war seit 1918 als Hausmeister in der Hamburger Kunsthalle tätig, wohnte dort mit seiner Familie in einer kleinen Wohnung im Souterrain und freundete sich über die Jahre mit etlichen zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern an, Herr Werner wird zum Dieb die hier vorübergehend die Räume eines Ateliers nutzten oder eine Ausstellung durchführten. Als unter den Nationalsozialisten viele Werke als sogenannte 'entartete Kunst' zunächst aus den Schauräumen entfernt und später sogar konfisziert wurden, ließ er sieben Gemälde der Künstlerin Anita Rée verschwinden und versteckte sie in seiner Wohnung vor dem Zugriff der Nazis. Nach Kriegsende brachte der kunstsinnige Hausmeister diese Bilder wieder an ihren alten Platz in dem nur teilzerstörten Museumsgebäude zurück. – Auf kindgerechte Weise erzählt die Comicautorin in teils großformatigen Bildern und eher knappen Texteinschüben die spannende und zugleich wahre Geschichte dieses mutigen Einzelnen, der von seinem "Kunstraub" niemanden etwas gesagt hat und von seiner Person kein Aufsehen gemacht hat. Dazu bietet sie immer wieder in einfacher Sprache Sachinformationen zum Ort des Geschehens und zum Zeithintergrund an, die interessierten älteren Kindern das mutige und für Werner selbst höchst gefährliche Handeln verständlich machen. Der Anhang ist mit Abbildungen der versteckten Gemälde, einer Kurzbiografie zu Wilhelm Werner, Informationen zu weiteren im Text erwähnten Künstlerinnen und Künstlern und der damaligen Kunstszene, einem Glossar wichtiger Sachbegriffe, Literaturhinweisen und anderem mehr eine Fundgrube für alle Heranwachsenden, die sich durch das Buch für diesen stillen Helden und die damalige Zeit interessieren. – Lohnend für viele Büchereien.

Siegfried Schmidt

Siegfried Schmidt

rezensiert für den Borromäusverein.

Herr Werner wird zum Dieb

Herr Werner wird zum Dieb

Andrea Offermann
Carlsen Comics (2026)

111 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 625867
ISBN 978-3-551-80831-8
9783551808318
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 10
Systematik: KGe
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