Deine Stimme in meinem Kopf
Emma hat von Kindheit an psychische Schwierigkeiten, kämpft immer wieder mit Schüben manischer Depression. Als junge Frau kommt sie zu einem fähigen Psychiater, dem sie großes Vertrauen entgegenbringt und der die 'Myriaden Stimmen in ihrem Kopf'
beschwichtigen kann. Dr. R. kann ihren ersten Selbstmordversuch zwar nicht verhindern, gibt ihr aber in der Zeit danach doch zunehmend Halt und Sicherheit. Als Emma ihrer großen Liebe begegnet, scheint das Leben leicht. Aber dann stirbt Dr. R. ganz plötzlich und kurz darauf verlässt sie ihr 'gipsy husband' ohne Vorwarnung. Ohne Dr. R.s kompetenten ärztlichen Rat ist dieser Verrat für Emma schwer zu bewältigen, aber seine Präsenz (die 'Stimme in ihrem Kopf') ist stark genug, um sie vor dem Absturz zu retten. - Die junge Autorin hat in diesem autobiografischen Roman ihre schwierige psychische Gefühlslage, die große innere Traurigkeit auf bemerkenswerte Art verarbeitet. Es geht in den Texten weniger um Geschehnisse als vielmehr um Stimmungen und Gedanken. Dabei präsentieren sich dem Leser verblüffende Gedankengänge und Einblicke in die Abgründe, die sich bei psychischer Erkrankung auftun. (Übers.: Anne Braun)
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Deine Stimme in meinem Kopf
Emma Forrest
Deuticke (2013)
220 S.
fest geb.