So etwas wie Familie
Immer schon liebte Pierre Hélène, doch er blieb für sie immer nur ein guter Freund. Am Sterbebett verspricht er ihr, ihren Sohn bei sich aufzunehmen. Pierre und der achtjährige Marcus verstehen sich von Anfang an gut und es gelingt ihnen, eine
enge Beziehung aufzubauen. Das Glück scheint vollkommen, als Fabienne bei ihnen einzieht und sie zu einer kleinen Familie werden. Als eines Abends das Telefon klingelt und Pierres Vater, mit dem er ein sehr schwieriges Verhältnis hat und den er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, Pierre auffordert ein Medikament aus der Apotheke vorbeizubringen, verändert dies sein Leben radikal. Weil ihn der Vater wieder einmal schwer beleidigt, kommt es zu einem heftigen Streit, der in einer Schlägerei endet, wobei der Vater gegen das gelockerte Balkongitter prallt, abstürzt und tödlich verletzt wird. Pierre wird in Untersuchungshaft genommen und wartet auf seinen Prozess. - Pierre Chazal ist es gelungen, eine sehr berührende und tiefgreifende Erzählung zu verfassen, die trotz tragischer Ereignisse Lebensmut und Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Ein Buch, das den Leser nicht so schnell loslässt. (Übers.: Wolfgang Gösweiner)
Elfriede Bergold
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
So etwas wie Familie
Pierre Chazal
Deuticke (2015)
234 S.
fest geb.