Camondo

Nach dem Familienroman „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ nähert sich Edmund de Waal in diesem Briefroman nicht weniger einfühlsam einem weiteren Mitglied seiner weitverzweigten Familie: Moise de Camondo, einem großen Kunstmäzen. Er hat das Camondo Familienpalais in Paris nach seinem Tod dem Verein „Les Arts Décoratifs“ gestiftet, mit der Auflage, es zum Gedenken an seinen im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohn Nissim de Camondo zu einem Museum zu machen. De Waal spürt die Geschichte der Familie anhand von Archivfunden, Fotografien, Zeichnungen und Dokumenten nach, die teilweise im Buch abgebildet sind. Das Leben der wohlhabenden Familie in Paris in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist so leicht nachzuvollziehen. Sehr eindrücklich sind die Schilderungen und die Dokumente, die die Besatzungszeit in Paris während des Zweiten Weltkriegs betreffen. Ganze Zweige der Familie wurden damals deportiert und umgebracht. Das Buch macht Lust, sich mit den dort erwähnten Orten, Personen und Kunstschätzen näher auseinanderzusetzen und, nicht zuletzt, das Museum in Paris zu besuchen. Sehr empfehlenswert.

Angela Hagen

Angela Hagen

rezensiert für den Borromäusverein.

Camondo

Camondo

Edmund de Waal ; aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Paul Zsolnay Verlag (2021)

189 Seiten : Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.

MedienNr.: 606593
ISBN 978-3-552-07257-2
9783552072572
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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