Das Pfauengemälde
Die junge Ana macht sich auf dem Weg von Deutschland nach Rumänien, dem Heimatland ihres verstorbenen Vaters. 30 Jahre lang hat ihre Familie Prozesse um enteigneten Besitz geführt. Nun soll sie ein großes Haus, das der Urgroßvater gebaut hat, zurückbekommen.
Außer Büchern soll es noch ein großes Paket für Ana geben, das vom Vater über alles geliebte Pfauengemälde. Dieses Bild symbolisierte für den Vater alles, was die Familie verloren hat. Ana muss Dutzende Formulare unterschreiben, doch die Herausgabe ihres Erbes verzögert sich. Es fehlen ein gültiger rumänischer Pass und eine beglaubigte Geburtsurkunde. Während Ana diverse Mitglieder der Großfamilie besucht, erinnert sie sich an endlose Sommerferien in Rumänien. Nun ist sie zum ersten Mal ohne ihren Vater zu Besuch. Sein Tod vor zwei Jahren schmerzt sie noch immer sehr. – Die 1988 in Mainz geborene Maria Bidian hat rumänische Wurzeln. In ihrem Debüt erzählt sie eine rumänisch-deutsche Familiengeschichte. Die Verletzungen, die die Menschen unter Ceausescu erlitten haben, prägen ihr Leben und das ihrer Nachkommen bis heute. Der Roman unterstreicht die Dringlichkeit, sich für Demokratie und Menschenrechte zu engagieren, und ist gleichzeitig eine berührende Vater-Tochter-Geschichte.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Pfauengemälde
Maria Bidian
Paul Zsolnay Verlag (2024)
315 Seiten
fest geb.