Ochsenkopf
Der niederländische Autor Manik Sarkar erzählt in seinem Debütroman die Geschichte eines Scheiterns. Rensing, der Metzgerssohn, erweist sich schon in der Ausbildung als Meister seines Faches, was den Umgang mit Fleisch angeht. Er macht es sich zum
Ziel, wenn er erst die väterliche Metzgerei übernommen hat, diese zum Zentrum einer neuen Fleischkultur zu entwickeln, in der es nur die ausgesucht besten Stücke gibt. Voller Liebe fürs Detail, vom Einkauf, der Verarbeitung bis zum Verkauf der edlen Stücke erzählt Manik Sarkar, die blutigen Details der Fleischverarbeitung nicht auslassend, wie es Rensing anfangs gelingt, seinem Ideal voller Leidenschaft nahezukommen. Dieses Konzept scheint aufzugehen, bis in die niederländische Provinz die Supermarktketten Einzug halten und künftig nur das Prinzip des billigen Einkaufs gilt. Rensing versucht, dem etwas entgegenzusetzen. Seine Kunden lassen ihn im Stich und er muss ständig tiefer sinkende Qualitäten verkaufen, ganz gegen seine innere Einstellung. Doch nicht nur seine hochfliegenden Pläne scheitern, auch seine Ehe geht in die Brüche, so dass er am Ende einsam und bankrott in einem bizarren Selbstmord endet. – Für alle Leser, die sich von den blutigen Einzelheiten nicht abschrecken lassen, eine gelungene Auseinandersetzung mit der Geiz-ist-geil- Mentalität und eine Art Gesellschaftsroman. Allen Büchereien sehr empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ochsenkopf
Manik Sarkar ; aus dem Niederländischen von Ruth Löbner
Paul Zsolnay Verlag (2026)
171 Seiten
fest geb.