Die Spur der Rubine
Anfang des 15. Jh. ließ der Vater von Philipp dem Guten von Burgund ein als Schließe für einen Umhang dienendes Schmuckstück fertigen, "Die drei Brüder" genannt. Diese Schließe wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ihren Besitzer. Sie
ging von Bern nach Augsburg zu Jacob Fugger, zu Heinrich VIII. von England, wo sie unter Königin Victoria schließlich abhanden kam. Erst als ein jüdischer Goldschmied aus dem Irak Anfang des 19. Jh. mit den Edelsteinen nach London zieht und "Die drei Brüder" neu fasst, kehrt das Kleinod nach England zurück. Katherine Sterne, die mit Edelsteinen handelt, begibt sich auf die Suche nach den "Drei Brüdern" und lernt sich selbst dabei kennen: wie der jüdische Goldschmied ist auch sie besessen von diesem Schmuckstück. Hill verbindet gekonnt die Story der Icherzählerin der Gegenwart mit dem Erzählstrang über den jüdischen Goldschmied. Dabei orientiert er sich am Stil des Schauerromans des 19. Jh., ohne die Glaubwürdigkeit seiner Figuren der Spannung zu opfern. (Übers.: Karl-Heinz Ebner)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Spur der Rubine
Tobias Hill
Bertelsmann (2015)
541 S.
fest geb.