Schuld war Elvis
Als älteste Tochter der alleinerziehenden Krankenschwester Meggy wird Hebron schon als achtjährige von der Mutter für die Betreuung ihrer drei Brüder und den Haushalt eingesetzt. In der biederen Kleinstadt Düren rümpft man die Nase über die
Patchworkfamilie, als Meggy einen Rastafari heiratet, der die Kinder verwahrlosen lässt, aber für seine Hanfpflanzen im Garten sorgt. Trotz ihrer schwierigen Lage - zu Hause und in der Schule - träumt Hebron davon, ihren Vater in Israel zu suchen. Mit 17 schafft sie den Absprung von der Familie und beginnt, nach einer enttäuschenden Begegnung mit dem Vater, ihr eigenes Leben zu leben. Genauso bruchstückhaft, wie Hebron etwas über ihren Vater in Erfahrung zu bringen vermag, beginnt Salentin ihren Roman mit unzusammenhängend erzählten Anekdoten über den Vater und dessen Familie. Auf dem Weg zu ihren Wurzeln, die im Laufe der Jahre immer greifbarer werden, wird die Story über das innerlich zerrissene Mädchen in sich stimmiger und gewinnt dadurch an Dynamik. Mit viel Gespür für die jeweilige Verfassung ihrer Protagonistin begleitet Salentin den Lebensweg eines kleinen Mädchens bis hin zur erwachsenen Frau. Lesenswert!
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Schuld war Elvis
Rebecca Maria Salentin
C. Bertelsmann (2015)
510 S.
fest geb.