Die roten Blüten von Whakatu
Verwaist, ohne Arbeit, zwei Schwestern ohne Vormund, die Aussichten in Deutschland sind schlecht für Lina und Rieke. Eine Chance sieht die 15-jährige Lina nur mehr in der Auswanderung - nach Neuseeland. Doch auch, wenn sich die beiden zumindest mit
der englischen Sprache vertraut machen können, so sind sie doch keinesfalls darauf vorbereitet, was sie in Nelson erwartet. Entgegen den Versprechungen in Deutschland haben die Compagnien, die die Überfahrt bezahlten und die Reisenden eigentlich als Hausmädchen einstellen wollten, kein Geld, die Ernte war schlecht und auch sonst ist Arbeit Mangelware. Glücklicherweise kommen die beiden Schwestern bei dem Bauern Treban unter. Die Arbeit als Haus- und Kindermädchen ist hart für Lina, aber schnell hat sie sich eingelebt, auch, wenn ihr der Sohn des Farmers, Alexander, Kopfschmerzen und - ohne, dass sie es sich eingestehen will - Herzklopfen bereitet. - Mit vielen Details und Informationen entführt Inez Corbi den Leser nach Neuseeland Mitte des 19. Jh. Mit bunten Farben malt sie die Schönheit und evoziert Staunen über das unbekannte Land, schildert glaubhaft die Mühen und Schwierigkeiten deutscher Auswanderer und die Auseinandersetzungen zwischen Maori und den Weißen. Dies verknüpft sie mit einer sehr gefühlvollen, mitunter aber etwas konstruiert und unnötig in die Länge gezogenen Liebesgeschichte. Insgesamt liefert Corbi viel Interessantes für alle, die sich für Neuseeland interessieren, und ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die roten Blüten von Whakatu
Inez Corbi
cbj (2012)
347 S. : Ill.
fest geb.