Unheilpraktiker
Alternativmedizin ist für die einen Scharlatanerie, für die anderen ist es oft der letzte Strohhalm. Wie soll der Patient die Spreu vom Weizen trennen? Das versucht die Autorin in diesem Ratgeber. Schon zu Beginn macht die Autorin deutlich, dass
sie "der Alternativmedizin, insbesondere der Art und Weise, wie sie von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern ausgeübt wird, äußerst kritisch" gegenübersteht. Frau Mueller berichtet von ihren eigenen Erfahrungen mit diversen Heilpraktikern, von ihrer Ausbildung in einem Institut und kritisiert die Ausbildung, das Selbstverständnis, den Hang zu Esoterik und Magie jenseits wissenschaftlich erwiesener Wirksamkeit. Ihr geht es "um eine Sensibilisierung für die Methoden, Weltbilder und möglichen Gefahren der Paramedizin". Interessant zu lesen sind geschichtliche Entstehung des Berufes und die verschiedenen Methoden der Alternativmedizin, die ausführlich unter die Lupe genommen werden. Alle Punkte, die die Autorin aufführt, sind mit wissenschaftlicher Akribie, mit Zitaten und Textstellen belegt. Sehr hilfreich sind dagegen die beiden Checklisten mit Indizien für Quacksalberei und für seriöse Heilpraktiker/innen. - Auch wenn die Autorin erklärtermaßen die Alternativmedizin nicht rundheraus ablehnt und alle Heilpraktiker für unseriös hält, kann doch der Eindruck entstehen, dass die Scharlatane in dieser Berufsgruppe überwiegen. Die Leser/innen sollte daher auch mit diesem Buch kritisch umgehen. Ab mittleren Beständen empfohlen.
Christiane Kühr
rezensiert für den Borromäusverein.
Unheilpraktiker
Anousch Mueller
Riemann (2016)
223 S.
kt.