Gottesgedanken
Der neunzigjährige Theologe Jörg Zink (*1922) gibt konzentriert und unaufdringlich seine Lebenserfahrungen an die Leser weiter, die den Weg zu einem achtsamen Leben in einer immer geschwätziger werdenden Welt finden wollen. Dazu, schreibt er (in
leicht verständlichen Worten, gespickt mit manchen Zitaten von Weisen aus aller Welt und vielen Jahrhunderten), solle man in sieben Schritten vorgehen: Man soll zunächst lernen, sich selbst in seiner tatsächlichen Ganzheit zu versammeln (1), dann die Kontrolle seines Verhaltens kontrollieren lernen (2), in Schweigen voll anwesend sein (3), meditativ auf allen Ebenen nachdenken über die Gedanken, die das Dasein denkt (4) und den Willen Christi finden (5), um nach dem Bild Christi - nach den 15 Kreuzwegstationen - wachsen zu können (6) und schließlich in Gott in der Kontemplation aufzugehen (7). Diese Gedanken und Anweisungen zu lesen, ist sprachlich kein Problem, verlangt aber vom Leser viel Übung, Kraft, Ausdauer, Mut und Zeit, um sie zu verwirklichen und sein Leben danach einzurichten. Es ist kein Buch, das in unsere schnelllebige und geschwätzige Zeit passt, sondern ein modernes Weisheitsbuch auf den Spuren der Bibel, der Mystiker und der östlichen Lehrer, die man alle wieder ernster nehmen sollte. Wer sich daran wagen will, dem sei es empfohlen. Und auch jeder Bücherei, die lange Ausleihzeiten gewähren kann!
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Gottesgedanken
Jörg Zink
Gütersloher Verl.-Haus (2012)
159 S. : Ill. (farb.)
fest geb.