Kirche am Ende
Kirche in ihrer institutionalisierten Form erreicht hierzulande immer weniger Menschen. Doch sie entspricht ohnehin keineswegs der urchristlich-jesuanischen Bewegung. Dieser kommen neuere Initiativen und Projekte engagierter Christen in Deutschland
und den Niederlanden deutlich näher, von denen der evangelische Pfarrer Tilman Haberer hier berichtet. Sie haben überwiegend nicht das Ziel, die Kirche zu retten; ihnen geht es um die Menschen und deren äußere und innere Nöte und Bedürfnisse, unabhängig von Konfession oder Religion. So stehen meist weder Gottesdienst und Verkündigung noch Mitgliederbindung im Mittelpunkt, sondern eher diakonisch-caritatives Wirken. Gemeinsames, meist ökumenisches und für alle offenes Beten und Gottesdienst-Feiern bleiben dabei wichtig für die Aktiven als Verbindung zur Quelle ihres Engagements. Je nach Bedarf und Veränderungen im sozialen Umfeld, aber auch je nach persönlichen Entwicklungen bei den in der Regel ehrenamtlich Tätigen werden solche selbstorganisierten Gemeinschaften und Angebote immer wieder angepasst, aufgegeben oder ersetzt werden. 16 solcher Grundlinien und Grundsatzfragen – auch zur Stellung der bisherigen Pfarrer – beleuchtet der Autor konkret und anschaulich und weitet damit den Horizont. Bereicherung und Diskussionsstoff für alle Re-Bestände.
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.
Kirche am Ende
Tilmann Haberer
Gütersloher Verlagshaus (2023)
287 Seiten
fest geb.