Der nette Herr Heinlein und die Leichen im Keller
Norbert Heinlein, aus einer Dynastie von Delikatessenhändlern stammend und ausgewiesener Gourmet, führt sein Geschäft schon in der dritten Generation. Zur Seite steht ihm dabei sein autistischer, aber genialer Gehilfe Marvin. Heinlein hat seine
kleine, aber feine Klientel an Stammgästen, die seine erlesenen Pasteten und allerhand erstklassige kulinarische Erzeugnisse mehr als zu schätzen wissen. Da stören nur ab und zu Heinleins alter, dementer Vater, der manchmal nackt auf dem Balkon herumläuft oder seinen Sohn der Lebensunfähigkeit zeiht, und zwei prollige Mieter in seinem Haus. Doch Heinleins geruhsames Leben wird völlig auf den Kopf gestellt, als der mysteriöse Adam Morlok zum neuen Stammgast wird und Heinlein bittet, ihm einen Kellerraum als Depot zu überlassen. Als Heinlein bei einem kleinen Unfall seinen Geruchssinn verliert, ist das für ihn nicht nur beruflich eine Katastrophe: Durch den Genuss einer verdorbenen Pastete kommt Morlok zu Tode. Heinlein weiß sich kurzerhand nur zu helfen, indem er den Leichnam in seinem ehemaligen Kühlhaus deponiert. Doch damit fängt das Drama erst an ... – Die Beschreibung der Handlung zeigt: Das hier ist alles andere als ein ernstgemeinter Thriller, sondern eine der schönsten Krimiparodien der letzten Jahre. Spannend und humorvoll gleichzeitig geschrieben, mit sprachlicher Virtuosität ist dieses Buch für den literarischen Feinschmecker ebenso deliziös wie Heinleins Pasteten selbst. Sehr zu empfehlen, denn dieses pure und erstklassige Lesevergnügen sollte sich niemand entgehen lassen!
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der nette Herr Heinlein und die Leichen im Keller
Stephan Ludwig
Fischer Taschenbuch (2024)
348 Seiten
kt.