So viel mehr
Max Mutzke, einer der beliebtesten Musiker Deutschlands, erzählt schöne und ergreifende Momente seiner „Bullerbü“-Kindheit und Jugend. Im Schwarzwalddorf Grenkingen kann er sich entfalten, es vermittelt ihm unerschütterliches Urvertrauen und
Widerstandsfähigkeit. Im Pfarrhaus, das die Familie bewohnt, fühlt er sich wohl. Er hat hier viele Zimmer, einen Probenraum, eine Werkstatt, einen Garten, eine alte Bauernwohnküche und einen gruseligen Gewölbekeller. Schon früh fährt er sein „Traumfahrzeug“ Unimog, für ihn ein „zweites Kinderzimmer“. Aber hinter den Kulissen beginnt bald eine harte Zeit, das Geld wird knapp und in dieser „schlimmsten Zeit“ muss die Familie (Vater: Arzt, Mutter: aufgeschlossene, humorvolle Schauspielerin, die 2013 an den Folgen von Alkoholsucht stirbt) Privatinsolvenz anmelden. Seine Begeisterung für Musik zeigt sich mit elf Jahren, als er eine eigene Band gründet, zuvor besucht er eine Musikschule, um Schlagzeug zu lernen. Mit einem von Stefan Raab komponierten Song schafft er es zum Eurovision Song Contest 2004 und darf für Deutschland zum ESC nach Istanbul fahren (8. Platz). In diesem Buch lernt man Mutzke auch abseits der Musik kennen: Ihm ist bewusst, dass er durch seinen Erfolg große Privilegien geschenkt bekam. Eine seiner schönsten Erfahrungen ist, „dass mein Leben ein Baum ist, dessen Wurzeln der Schwarzwald ist, der Stamm die Familie und die Musikkarriere allenfalls ein dicker Ast.“ – Eine wunderbare, ehrliche und rührende Geschichte von Max Mutzke, der 2024 sein 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
So viel mehr
Max Mutzke mit Kira Brück
FISCHER (2024)
302, [16] Seiten : Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.