Anni
Annis Mama wurde bei einem Verkehrsunfall getötet. Trotzdem ist jetzt manches ganz lustig (man kann so lange aufbleiben, wie man will; im Geschäft gibts immer extra Bonbons), anderes nicht (jeden Abend gibt es verbrannte Tiefkühlpizza). Immer mehr
versinkt die ganze Welt im Chaos. Die Situation eskaliert, als Tante B, die den Haushalt versorgt hat, wieder arbeiten geht, Annis ältere Schwester spurlos verschwindet und eine mobbende Mitschülerin einen entscheidenden Schritt zu weit geht. - Das Buch beginnt am Tag 149 nach dem Tod der Mutter. Es hat sich eine gewisse Routine eingestellt, die Umwelt lässt den armen Kindern immer noch alles durchgehen, aber die äußere Nachlässigkeit führt auch zu einer inneren Verwahrlosung. Dass Anni vermutlich ein Adoptivkind ist, wird nur von der Mitschülerin angedeutet und spielt für alle Beteiligten keine Rolle. Das Buch glänzt durch treffende Personendarstellungen, eine liebevolle Familienkonstellation und einen glaubwürdigen Ausweg. - Viel mehr als nur eine (weitere) Geschichte über Trauer! Bereits in kleineren Büchereien gute (und gut lesbare) Lektüre, die in die Tiefe und unter die Haut geht. (Übers.: Anne Braun)
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Anni
John Newman
S. Fischer (2011)
Fischer-Schatzinsel
237 S. : Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9