Der letzte Mord am Ende der Welt
In nicht allzu ferner Zukunft wird weltweit alles Leben durch einen giftigen Nebel zerstört – bis auf eine Kolonie mit 122 Menschen auf einer abgelegenen Insel. Überwacht und behütet werden die ahnungslosen Dorfbewohner von uralten Wissenschaftlern,
die einen Abwehrmechanismus gegen die tödliche Gefahr in Funktion halten. Eine weitere Technologie, welche die Gedanken der Menschen lesen und beeinflussen kann, hält sie unter Kontrolle. So lebt man allem Anschein nach glücklich und harmonisch miteinander. Da geschieht ein Mord, der auch noch diesen kläglichen Rest menschlichen Lebens gefährdet. In 107 Stunden muss der Täter ermittelt sein, sonst droht der Nebel auch die Insel zu verschlingen. Emory und ihre Tochter Clara gehen der Sache auf den Grund. – Was wie eine Dystopie beginnt und auch so weitergeht, wird durch das Krimi-Element zu einer sehr interessanten Story. Reinen Krimi- bzw. Spannungsleser:innen wird die düstere Zukunftsperspektive allerdings kaum Vergnügen bereiten. Für andere macht gerade sie die Geschichte reizvoll – eine reine Geschmacksfrage also.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Der letzte Mord am Ende der Welt
Stuart Turton ; aus dem Englischen von Dorothee Merkel
Tropen (2025)
454 Seiten : Karten
fest geb.