Nichts was uns schützt
Obwohl Marie ihren Haushalt in Schwung halten will, ist die Arbeitslose nicht fähig etwas zu tun. Auch ihre geliebten Kinder vernachlässigt sie ungewollt, womit sie auf Unverständnis und Wut bei ihrem Mann stößt, der mit seinem geringen Verdienst
als Busfahrer die Familie über Wasser hält. Als jedoch einer der allseits verachteten Flüchtlinge Marie bei einem Autounfall hilft und sie Zeugin von brutaler polizeilicher Gewalt gegen Flüchtlinge wird, findet sie aus ihrer Teilnahmslosigkeit heraus: Sie wird ehrenamtliche Helferin in einem Flüchtlingslager, womit sie sich schnell an den Rand der Legalität begibt und sich und ihre Familie in Verruf bringt. - Ein Buch über eine junge Frau, die sich trotz ihrer misslichen finanziellen Situation für von der Gesellschaft Diskriminierte aufopfert, deren Rechte auch vom französischen Staat so lange nicht eingefordert werden, wie er seine Polizisten ungestraft brutal gegen Asylanten vorgehen lässt.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Nichts was uns schützt
Olivier Adam
Klett-Cotta (2009)
208 S.
fest geb.